Gemäß der Sozialerhebung des Studentenwerks in 2009 belaufen sich die Kosten für ein Studium schon ohne Studiengebühren auf eine Summe von im Durchschnitt 740€ im Monat. Der größte Anteil entfällt mit 266€ im Durchschnitt auf die Miete, gefolgt von Ernährungskosten (151€) und ÖPNV/Auto etc. (82€). Doch diese Kosten fallen nicht für einen Monat an, sondern über die komplette Studienzeit hinweg, also locker um die 5 Jahre - oder bis zu 60 Monate. Aufsummiert ergeben sich daraus dann Gesamtstudienkosten von 44.400€ - und dabei sind die Studiengebühren noch nicht berücksichtigt.

Die Kosten für die Lebenshaltung hängen ganz entscheidend davon ab, in welcher Stadt das Studium absolviert werden soll. Während in den neuen Bundesländern z.B. eine 30qm Wohnung für 200€ pro Monat zu haben ist, wird man in Metropolen wie z.B. München das 2,5-fache ausgeben müssen. Oftmals ist hier gar keine eigene Wohnung drin, es bleibt also nur die WG - oder man wohnt zur Untermiete.
In einer großen Metropole steht zudem ein großes Freizeitangebot zur Verfügung: man hat die Qual der Wahl zwischen Diskos, Kneipen, Kinos, Sport etc. Auch hierfür wird automatisch in einer Großstadt mehr Geld ausgegeben als in einer kleineren Stadt mit überschaubarerem Angebot.
Teilweise treibt auch der Tourismus die Kosten vor Ort in die Höhe – in Heidelberg oder München wirkt sich dies z.B. sehr stark auf die Preise in der typischen Gastronomie aus. Die Spannweite um die Durchschnittskosten ist also sehr groß; sie reicht von lediglich rund 500€ monatlich bis hin zu deutlich über 1.000€ monatlich.
Natürlich sollen Sie dort studieren, wo Sie die besten Hochschul-Rankings für Ihren Studiengang finden können und gerne leben möchten. Dennoch ist es ratsam, auch andere Optionen an anderen Orten hinsichtlich der Kosten einmal durchzuspielen. Vielleicht finden sich ähnlich gute Bedingungen auch in einer Stadt, die günstigere Lebenshaltungskosten erwarten lässt.
Auszug aus dem Städtevergleich zu den durchschnittlichen monatlichen Mietkosten (incl. Nebenkosten) gemäß 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (2006)
| Stadt | Mietausgaben in Euro |
|---|---|
Aachen | 267 |
Augsburg | 254 |
Bayreuth | 232 |
Berlin | 282 |
Bonn | 276 |
Braunschweig | 259 |
Darmstadt | 297 |
Dortmund | 290 |
Dresden | 219 |
Erlangen-Nürnberg | 292 |
Franfurt am Main | 327 |
Freiburg | 274 |
Gießen | 252 |
Göttingen | 241 |
Hamburg | 319 |
Hannover | 286 |
Heidelberg | 281 |
Jena | 217 |
Karlsruhe | 255 |
| Stadt | Mietausgaben in Euro |
|---|---|
Kiel | 269 |
Köln | 330 |
Leipzig | 222 |
Lüneburg | 296 |
Magdeburg | 219 |
Mainz | 288 |
Mannheim | 287 |
Marburg | 263 |
München | 336 |
Münster | 255 |
Passau | 249 |
Regensburg | 255 |
Rostock | 222 |
Saarbrücken | 263 |
Stuttgart | 282 |
Trier | 255 |
Tübingen | 257 |
Würzburg | 243 |
In 2007 sind in vielen Bundesländern in Deutschland allgemeine Studiengebühren eingeführt worden, die semesterweise vom Studierenden zu tragen sind. Die Höhe der Studiengebühren fällt jedoch recht unterschiedlich aus. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Übersicht:
Auch der gewählte Studiengang kann sich auf die Kostensituation auswirken. Je nach Studiengang sind ganz unterschiedlich viele und unterschiedlich teure Lernmittel bzw. sonstige Materialien anzuschaffen. Gemäß der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks in 2006 gilt bspw. das Zahnmedizin-Studium als das kostspieligste. Schon allein für Lernmittel und Materialien müssen über das gesamte Studium hinweg im Durchschnitt rund 6.600€ (ca. 460€ pro Semester) einkalkuliert werden. Für Praktika benötigen Sie entsprechende Instrumentenkoffer, welche Sie nochmal zusätzlich um die 4.000€ kosten werden.
Auch die ‚Nebenkosten’ für kunst- und designorientierte Studiengänge fallen mit rund 350€ pro Semester vergleichsweise hoch aus. Für einige Studiengänge in diesem Bereich zählt eine Kamera zur Grundausstattung, oder die Anschaffung von CAD Programmen ist unabdingbar (was einen sehr leistungsfähigen PC erfordert) - oder aber es fließt viel Geld in den Modellbau.
Bei Jura oder Veterinärmedizin hingegen fallen eher die Kosten für Bücheranschaffung ins Gewicht (ca. 280€ pro Semester). Juristen besuchen in der Regel einen Repetitor zur Prüfungsvorbereitung, welcher selbst bezahlt werden muß. Veterinärmediziner müssen ähnlich wie Zahnmediziner für die Praktika auch eigene Instrumente anschaffen.
Selbst zunächst kostengünstig wirkende Studiengänge wie z.B. Psychologie (ca. 100€ pro Semester) können später ins Geld gehen. Denn nach dem Psychologie Studium steht in jedem Fall noch eine Spezialisierung an, welche bis zu 50.000€ kosten kann.
Die höchsten Kosten fallen für Aufbaustudiengänge wie z.B. LLM für Juristen oder MBAs an. In diese Programme ist in der Regel ein Auslandsaufenthalt integriert oder sie finden komplett im Ausland statt.
Je nach Ranking und Aufbaustruktur des Programms können unterschiedliche Kosten entstehen, im Durchschnitt sollten Sie hier von rund 30.000€ ausgehen.