Die Einführung des Deutschland Stipendiums war lange Zeit bei allen Beteiligten umstritten. Selbst die Stipendiaten reagierten skeptisch. Dennoch wurde das nationale Stipendienprogramm mit dem großen Plan, 160.000 Studierende bei der Finanzierung des Studiums unterstützen zu wollen umgesetzt. Die bis zum Jahresende erzielten Ergebnisse können jedoch nur wenig zufriedenstellen. Bisher konnten gerade mal um die 5.200 Stipendien an Studierende vergeben werden. Grund dafür ist vor allem die gemeinsame Stipendien-Finanzierung von Bund und Hochschulen. Die Hochschulen müssen also Sponsoren finden, die die Hälfte des Stipendiums von 300 Euro monatlich pro Student für die gesamte Studienzeit bezahlen, die andere Hälfte wird vom Bund bezahlt. Da Sponsoren ihre Kosten steuerlich geltend machen können, zahlt der Bund sogar de facto zwei Drittel des Stipendiums. Dennoch konnte der vom Bundesbildungsministerium reservierte Etat von 14 Mio Euro für das Deutschland Stipendium nicht ausgeschöpft werden. 7 Mio Euro verfallen ungenutzt, weil nicht genügend Sponsoren aus der Wirtschaft an Land gezogen werden konnten. So ist es nicht verwunderlich, dass die Bundesländer überwiegend die vom Bundesbildungsministerium gesetzte Stipendien-Zielquote für 2011 weit verfehlt haben. Vor allem in Hamburg und Berlin sowie in den neuen Bundesländern werden besonders wenige Studierende mit dem Deutschland Stipendium finanziert. Bayern und Baden Württemberg erzielen mittelprächtige Ergebnisse, das Saarland schafft als einziges Bundesland Schavans Zielquote. Die Bundesbildungsministerin sieht die Ergebnisse trotzdem positiv und will weiter an ihren Plänen festhalten. Die Zielgrößen für die Stipendien-Quoten der einzelnen Bundesländer werden demnach weiter steigen. Wie viele Studierende tatsächlich davon profitieren werden, hängt jedoch stark von den Hochschulaktivitäten in Sachen Privatsponsoren-Gewinnung ab.
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