Mit dem Deutschland-Stipendium sollte auch hierzulande ein Vorstoß in Sachen Spendenkultur nach amerikanischem Vorbild geleistet werden. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass das neue Stipendiensystem, welches jeweils zur Hälfte von Bund und privaten Förderern finanziert werden soll, in der Praxis einige Startschwierigkeiten mit sich bringt. Die Hochschulen selbst zeigen sich demnach nicht überzeugt, dass das Deutschland-Stipendium einen positiven Einfluss auf die Stipendienkultur in Deutschland nimmt – 45% halten ein Aufleben der Stipendienkultur für wahrscheinlich, mit 43% sehen aber fast eben so viele keine Korrelation. Zudem sind die befragten Hochschulen mit dem für das neue Stipendium so wichtigen Thema Fundraising noch viel zu wenig vertraut. Neue Mitarbeiter für diesen Bereich können sich die Hochschulen trotz des Verwaltungskostenzuschuss vom Bund kaum leisten. Sie fordern hier deutlich höhere Zuschüsse. Auch werden die Spender nur selten in die Auswahl passender Stipendiaten mit einbezogen. Nicht verwunderlich erscheint daher das Feedback der befragten Unternehmen: über die Hälfte sieht nämlich keine Relevanz des Deutschland-Stipendiums für die Bekämpfung des Fachkräftemangels in Deutschland. Auch ist das Deutschland-Stipendium offenbar vielen Unternehmen und Stiftungen noch gar nicht geläufig. Die Hochschulen haben hier also noch einiges an ‚Aufklärungsarbeit‘ zu leisten.
Studierende sollten aber dennoch den Kopf nicht in den Sand stecken und sicher weiterhin für das Deutschland-Stipendium bewerben. Die befragten Hochschulen setzen bei der Stipendiaten-Auswahl laut der Studie vor allem auf Leistungskriterien. Mit den Stipendien sollen aber auch sozial benachteiligte Studierende sowie besonders sozial und gesellschaftlich engagierte Studierende finanziell unterstützt werden.
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