Obwohl der KfW-Studienkredit nur durch Vertriebspartner über das sogenannte Hausbank-Prinzip vergeben wird und eine Provisionsgebühr von über 200 Euro für den KfW-Studienkredit Abschluss gezahlt werden muß, ist die Nachfrage nach wie vor immens hoch. Das unter Studierenden in Deutschland wohl bekannteste Studienkredit-Angebot wurde seit dem Start in 2006 rund 91.000 Mal verkauft. Derzeit sind 53.000 Studierende in der Auszahlungsphase und erhalten monatlich eine finanzielle Unterstützung für ihre Lebenshaltungskosten. Im Durschnitt werden dabei 480 Euro ausgezahlt; maximal ist eine Auszahlung von 650 Euro pro Monat möglich. In 2010 erreicht die Nachfrage ihren bisherigen Pik seit Produktstart in 2006. Denn der KfW-Studienkredit wurde im vergangenen Jahr an 22.000 Studierende vergeben. Allein auf das derzeit sehr günstige Zinsniveau dürfte dies jedoch nicht zurückzuführen sein. Die KfW-Studienkredit Zinssätze sind ja bekanntlich variabel und können sich jederzeit ändern. Wer also eine Rückzahlung über die maximale Rückzahlungsdauer von 25 Jahren anstrebt, muß in jedem Fall mit Schwankungen in der Zinshöhe und den damit verbundenen höheren Gesamtkosten für den KfW-Studienkredit rechnen.
Vielmehr hat wohl auch die stark gestiegene Anzahl an Studienanfängern zur hohen Nachfrage nach dem KfW-Studienkredit beigetragen. Die Zahl der Studienanfänger ist seit 2006 um 100.000 Abiturienten gestiegen. Derzeit starten 440.000 Erstsemester ins Studium. Zum Wintersemester 11/12 dürfte die Zahl der Studienanfänger aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge und des Wegfalls der Wehrpflicht weiter steigen. Bleibt zu hoffen, dass der Bund auch weiterhin genügend finanzielle Mittel über den KfW-Studienkredit für Studienanfänger bereitstellen kann.
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