Die staatliche Unterstützung bei der Studienfinanzierung ist in Deutschland völlig selbstverständlich vom BaföG über KfW-Studienkredit bis hin zur Übernahme der Studiengebühren in Form von Studienbeitragsdarlehen durch die jeweiligen Landesbanken. Auf diese Weise können bis zu 70.000 Euro Fremdkapital für ein Studium zusammenkommen. Dies mag auf den ersten Blick sehr positiv erscheinen und Bachelor mit anschließendem Master steht erst einmal nichts mehr im Wege. Doch die Rückzahlung einer solch hohen Summe wird viele Jahre lang dauern. Können die Tilgungsraten nicht geleistet werden, riskiert man sogar schnell die Privatinsolvenz. Es stellt sich daher die Frage, wieso überhaupt eine so hohe Fremdfinanzierung in Aussicht gestellt bzw. gewährt wird. Ob es sich bei der Studienfinanzierung wirklich um ein sinnvolles Investment in die eigene Karriere und Zukunft oder um ein existenzbedrohliches Unterfangen nach Studienende handelt, ist oftmals eine Gradwanderung. Sind die Jobaussichten positiv, so steht einer Fremdfinanzierung eigentlich wenig entgegen. Nur, wer kann die Karrierechancen schon für die nächsten 10 bis 20 Jahre vorhersehen, und wer will dann immer noch an seinen Verbindlichkeiten aus Studienzeiten knabbern?
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