Laut einer aktuellen Umfrage des Hochschul-Informations-Systems (HIS) sieht sich bereits jeder fünfte Studierende während des Studiums mit einer akuten Finanzierungslücke konfrontiert. Die monatlichen Ausgaben fallen damit höher aus als das zur Verfügung stehende Budget. Oftmals werden die Existenzängste jedoch geheim gehalten, um unter Kommilitonen nicht das Gesicht zu verlieren. Denn Schulden sind ein Tabuthema.
An den Hochschulen entstehen deshalb immer mehr Schuldenberatungsstellen, um den betroffenen zu helfen. Neben einer Ablehnung des BaföG-Antrags ist oftmals der Mangel an Erfahrung im Umgang mit den Finanzen Auslöser für die Geldnot. Hohe Handyrechnungen oder die Haltung gleich mehrerer Kreditkarten führen zu Unübersichtlichkeit und überrollen die Betroffenen geradezu am Monatsende. Die Schuldenberater analysieren die Ist-Situation und erarbeiten mit den Studierenden eine Strategie, wie die Kosten gesenkt bzw. die Schulden abbezahlt werden können. Viel Handlungsspielraum bleibt den Studierenden allerdings im Bachelor und Master System nicht. Das Zeitfenster für Nebenjobs ist nur sehr klein. Wer seine Familie um Hilfe bitten kann, ist klar im Vorteil. Es ist zudem ratsam, schon frühzeitig die Finanzierung des Studiums abzusichern und auch eine BaföG-Ablehnung einzuplanen. Zu Studienbeginn ist es oftmals leichter, z.B. einen Studienkredit aufzunehmen oder sich für andere Finanzierungsmöglichkeiten zu bewerben als dann, wenn der finanzielle Druck so groß ist, dass er zwangsläufig schon zu Leistungsdefiziten führt. Studienkredite können zudem über einen längeren Zeitraum abgezahlt werden, was den Druck nach Berufsstart etwas mildert. Schiebt man die Rückzahlung jedoch alt zu sehr auf die lange Bahn, so rächt sich dies mit hohen Zinskosten. Ein Studium will heute also vor allem auch in puncto Finanzen gut geplant sein.
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