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USA: Kreditplattform für Studenten gestartet

22.03.10 14:29 Studienkredit-Modelle, Studienkredite für Ausland, News, Staatliche vs privatwirtschaftliche Studienkredite

In den USA stehen tiefgehende Veränderungen für die Landschaft der Studienfinanzierung ins Haus: Präsident Obama beabsichtigt, private Banken aus dem Prozess der Vergabe von Studienkrediten praktisch auszuschließen.  Doch schon gibt es Umgehungen der neuen Gesetzeslage: der Anbieter People Capital hat kürzlich eine Kreditplattform gestartet, die ähnlich wie smava in Deutschland funktioniert - nur eben ausschließlich für Studienkredite.

 

Obama möchte zukünftig nur noch durch staatliche Institutionen Studienkredite vergeben lassen. Der damit verbundene bürokratische Aufwand wird jenseits des Atlantiks derzeit von Vielen kontrovers diskutiert wird - zumal die Studienkredite für die Studierenden durch staatliche Zwangsverwaltung kaum günstiger werden dürften. Es darf auch erwartet werden, dass durch eine Verstaatlichung des Sektors das Angebot an Studienkrediten tendenziell zurück geht. Junge Menschen dürften es damit in den USA zukünftig schwerer haben, einen Studienkredit zu erhalten. Da könnte sich People Capital zu einer interessanten Alternative entwickeln:

Dabei bewerben sich Studierende auf dieser Plattform zunächst um einen Studienkredit. People Capital hat hierzu ein eigenes Scoringverfahren entwickelt, das auf der Basis von Lebenslaufdaten, Notendurchschnitten und Testergebnissen wie etwa dem SAT-Score die zukünftigen Beschäftigungs- und Einkommensaussichten abschätzt. Dieses Verfahren dürfte dem Bewerbungs- und Auswahlverfahren ähneln, das in Deutschland für eine Studienfinanzierung durch Studien- oder Bildungsfonds mit einkommensabhängiger Rückzahlung zum Einsatz kommt. Auch bei dieser Studienfinanzierungsalternative geht es schließlich darum, das Rückzahlungsrisiko einzuschätzen, damit die Studierenden vor Überschuldung und die Kapitalgeber vor Verlusten geschützt werden können.
Auf der Plattform von People Capital bieten Kapitalgeber dann auf die Kreditwünsche von Studierenden. Der Bieter mit dem niedrigsten Zinssatz erhält schließlich den Zuschlag, so dass der Student einen entsprechenden Kredit bekommt.
Kapitalgeber können sich schon mit relativ geringen Beträgen ab 1.000 Dollar auf der Seite registrieren. Allerdings dürfen derzeit nur bestimmte Investoren auf People Capital Geld an Studierende verleihen: sie müssen jeweils über ein Einkommen von mindestens 200.000 Dollar oder ein Nettovermögen von mindestens 1 Million Dollar verfügen. Die Kreditplattform für Studienkredite ist also zunächst nur etwas für vermögendere Personen. Der New York Times zufolge haben sich bislang erst fünf Kapitalgeber gefunden; allerdings gebe es schon hunderte von Bewerbungen von Studierenden.

Investoren seien der Berichterstattung zufolge aus zwei Gründen bereit, auf dieser Plattform Kredite an Studierende zu vergeben: zum einen aus philantropischen Gründen, also um damit jungen Menschen auf ihrem Weg in eine akademische Zukunft zu helfen. Und zum anderen auch aus Profitinteressen: denn durch die breite Diversifikation bietet die Anlageklasse Bildung entsprechend stabile Renditeaussichten. So könnten die Investoren Geld verdienen und dabei gleichzeitig Gutes tun. Und die Studierenden würden profitieren, weil People Capital eine zusätzliche Geldquelle sei, auf die in Zeiten ständig steigender Studienkosten gerne zurückgegriffen würde. Durch das Scoring ergebe sich ein fairer Zinssatz, der sich strikt an der finanziellen Leistungsfähigkeit und damit dem Risiko orientiere.

Ein vergleichbares Angebot gibt es in Deutschland übrigens noch nicht: Die führende deutsche Kreditplattform smava verleiht überhaupt kein Geld an Studierende.

 

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