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Schavan will neues Stipendiensystem – vorrangig für Wohlhabende ?

21.02.10 22:05 News, Staatliche vs privatwirtschaftliche Studienkredite, Studienkredite und Bafög, Studienförderung mit Stipendium und Studienkredit

Bundesbildungsministerin Schavan hat den Entwurf des „Nationales Stipendien-Programmgesetz“ (NaStipG) vorgelegt, mit dem ein nationales Stipendiensystem installiert werden soll. Bis zu 160.000 der leistungsstärksten Studierenden sollen zukünftig ein Stipendium in Höhe von 300 Euro pro Monat erhalten – unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern. Die Mittel dafür sollen Staat und Wirtschaft zu gleichen Teilen zur Verfügung stellen (also: 150 EUR pro Monat kommen von Bund und Ländern, 150 EUR müssen von irgendeinem privaten Spender kommen). Für die Auswahl der „besten Studierenden“ wie auch für die Einwerbung der Hälfte des Stipendiums, die aus der Wirtschaft kommen soll, sollen dem Entwurf zufolge die Hochschulen verantwortlich sein. Das Problem dabei:


Es ist ein offenes Geheimnis, dass in Deutschland soziale Herkunft und Bildungserfolg eng zusammen hängen. Provokativ formuliert, lautet der Zusammenhang: je sozial besser gestellt ein Mensch aufwächst, desto besser sind tendenziell auch seine Erfolge im Bildungssystem. Schavans Modell dürfte also gerade diejenigen mit einem Stipendium beglücken, die die finanziellen Mittel gar nicht benötigen, so etwa der Hochschulforscher Andrä Wolter (TU Dresden).


Schavans Modell würde rund acht Prozent der Studierenden erreichen – wenn denn auch wirklich jede Hochschule es schafft, Mittel in der Wirtschaft einzuwerben. Ob die spendenden Unternehmen aber irgendeinen direkten Nutzen von der Spende haben werden, ist derzeit noch völlig unklar – damit aber auch, wie Erfolg versprechend das Ansinnen ist. Unternehmen dürften nämlich nicht „in die Luft“ spenden.

 

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