Wie in den Vorjahren auch, hat das Centrum für Hochschulentwicklung CHE, das von der Bertelsmann-Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz getragen wird, am 29. Mai 2009 den CHE Studienkredit-Test 2009 veröffentlicht. Die wichtigste Erkenntnis: die Finanzkrise beeinträchtigt die Kreditvergabe an Studierende nicht. Die meisten öffentlichen Banken haben ihre Zinsen deutlich gesenkt, so dass die Studierenden von den gefallenen Kapitalmarktzinsen profitieren – bei den privaten Instituten ist das meist aber nicht der Fall.
Vor allem diejenigen, die ein Studienbeitragsdarlehen der Landesbanken aufnehmen, um die Semestergebühren zu finanzieren, zahlen so niedrige Zinsen wie noch nie. Vor allem Bayern sticht hier heraus: so zahlen die Studierenden in der Phase nach dem Studium für das dortige Studienbeitragsdarlehen lediglich 2,78 Prozent Zinsen. „Spitzenreiter“ bei den Zinsen sind die beiden privaten Banken Deutsche Bank und Dresdner Bank, bei denen Zinsen in Höhe von 7,9 und 8,9 Prozent pro Jahr berechnet werden.
Insgesamt studieren in Deutschland etwa 300.000 Studierende mit einem Studienkredit, wovon alleine in 2008 über 60.000 Verträge neu abgeschlossen wurden. Dadurch, dass in Hessen die Studiengebühren abgeschafft wurden, war das eine deutlich niedrigere Zahl als im Vorjahr.
Die gute Nachricht ist, dass im Zuge der Finanzkrise nicht nur die Zinsen gesunken sind, sondern auch die Vergabepraxis bisher nicht rigider wurde. Heißt: es ist heute nicht schwerer für einen Studierenden, einen Studentenkredit zu bekommen, als es das vor einem Jahr war.
Das CHE warnt aber auch erneut davor, bei einem Studienkredit nur nach dem Zinssatz zu schielen: vielmehr sei es wichtig, zu prüfen, welches Angebot am besten die individuellen Anforderungen reflektieren würde. So müssten die persönlichen Zukunftspläne im Besonderen berücksichtigt werden – gerade, wenn längere Auslandsaufenthalte geplant seien oder die Hochschule gewechselt werden soll, sei darauf zu achten, dass der Kreditgeber nicht gerade das ausschließt. Eben weil es nicht nur nach dem Zinssatz geht, verzichtet das CHE auch darauf, das „beste Angebot“ zu ermitteln. Durch die Bewertung in fünf verschiedenen Dimensionen (Zugang, Elternunabhängigkeit, Kosten, Risikobegrenzung, Flexibilität) könne sich jeder ein individuelles Urteil bilden.
Spitzenwerte in vier von fünf Dimensionen erzielten im Übrigen als einziges Angebot die Bildungsfonds von CareerConcept. In drei von fünf Dimensionen gehörte das Angebot der Dresdner Bank zur Spitzengruppe, in zwei von fünf Dimensionen die Angebote von Deutsche Bildung und Deutsche Kreditbank. Das Angebot der KfW hingegen erreichte nur beim Kriterium „Zugang“ eine Platzierung in der Spitzengruppe, in allen anderen Dimensionen wurde es nur in der Mittelgruppe bewertet und war damit den übrigen Angeboten unterlegen.
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