vorwiegend Staatsexamen, an einigen Fachhochschulen auch Bachelor/Master, LLM, ggf. Promotion
Das Studium der Rechtswissenschaften ist sehr anspruchsvoll und zugleich sehr theoretisch. Zudem zieht sich die Ausbildungszeit recht lange hin: bis zur ersten juristischen Prüfung wird in ca. 8 Semestern das Grundlagenwissen in den Kerngebieten Zivil-, Straf- und Öffentliches Recht vermittelt. Daneben sind im Jurastudium erste Praktika abzuleisten, Fremdsprachenkurse nachzuweisen, und es muß ein weiteres Schwerpunkt-Wahlfach wie z.B. Umweltrecht oder Wirtschaftsrecht gewählt werden. Anschließend wird eine zweijährige Referendariatszeit in vordefinierten Stationen wie z.B. Staatsanwaltschaft oder Verwaltungsgericht absolviert, um tiefer in die juristische Praxis einzutauchen. Hier lernen die Studierenden wie Klageschriften oder Beschlüsse etc. verfaßt werden etc. Abschließend erfolgt die Vorbereitung auf das 2. Staatsexamen, bestehend aus Klausuren und einer mündlichen Prüfung, die zumeist von Juristen aus der Praxis abgenommen werden. Empfehlenswert ist hierzu die Teilnahme an einem Repetitor, in dem die wichtigsten Studieninhalte in Form von Übungen nochmal wiederholt und auch deren Anwendung in der Praxis trainiert werden.
Angehende Juristen müssen sehr gute analytisch-logische Fähigkeiten mitbringen und zudem gut mit Sprache, insbesondere mit der recht abstrakten Fachsprache, umgehen können. Bei angehenden Anwälten ist zudem eine Gabe fürs Diskutieren und Debattieren vorteilhaft. Neben den Vorlesungen im Jurastudium werden vor allem Beispielfälle bearbeitet, zu denen dann ein Gutachten angefertigt werden muß, in dem die Studierenden auf die entsprechenden Paragraphen und deren Auslegung verweisen müssen. Hierzu ist vorab oftmals sehr viel zeitintensive Literaturrecherche zur Einarbeitung nötig. Weitere wichtige Voraussetzungen sind ein gutes Durchhaltevermögen und ein gutes Organisationstalent bzw. eine gute Fähigkeit zur Selbstmotivation, da es kaum Vorgaben und Anwesenheitspflichten gibt. Die Prüfungsphasen im Jurastudium mit einer Vorbereitungszeit von bis zu 18 Monaten sind für viele ein großer Streßtest, ebenso wie die strengen Reglementierungen für die Wiederholung von Prüfungen. Notenmäßig sollte man nicht zu hohe Erwartungen haben: ein ‚Vollbefriedigend‘ ist bereits eine sehr gute, überdurchschnittliche Note.
Jura-Studenten, die später eine klassische Laufbahn als (Staats-)Anwalt oder Richter anstreben, müssen ihr Jurastudium an einer Universität mit dem 2. Staatsexamen abschließen. Wer Anwalt werden will, kann anschließend eine entsprechende Zulassung beantragen. Für das Richteramt schließt sich eine weitere Spezialisierung an. Oftmals wird parallel zum 2. Staatsexamen bereits die Promotion verfaßt und/ oder man schließt noch einen LLM als weitere Spezialisierung im Bereich Wirtschaftsrecht an.
Studierende, die sich später eher in der Rechtsabteilung eines Unternehmens sehen, können an einigen Fachhochschulen auch einen Bachelor oder Master in Wirtschaftsjura absolvieren. Neben Jura fließen hier auch betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftliche Lehrinhalte ein. Gerade für das Jurastudium-Master-Programm werden sehr viele Spezialisierungsmöglichkeiten angeboten, um Jura mit weiteren Disziplinen zu verknüpfen (z.B. Umweltrecht oder Europarecht). Ggf. ist zusätzlich zu den juristischen Vorkenntnissen auch ein Bachelor z.B. im Umweltingenieurwesen Voraussetzung. Hierzu sollte man sich vorab gut an der jeweiligen Hochschule informieren.
Rechtsgrundlagen sind in jedem Land sehr unterschiedlich. Ein Auslandsstudium eignet sich daher am ehesten, sofern man sich im Bereich des Wirtschaftsrechts spezialiseren will oder wenn man von Anfang an eine internationale Ausrichtung plant. Sehr viele Studierende nutzen den LLM-Aufsatz für einen Auslandsaufenthalt. Dieser wird überwiegend in England oder den USA absolviert. Neber der Erweiterung des Wissens um wirtschaftswissenschaftliche Themen, können vor allem auch die fachspezifischen Fremdsprachenkenntnisse weiter ausgebaut werden. Auch die Referendariatszeit bietet sich für einen Auslandsaufenthalt an.
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Grundsätzlich sind alle Studienkredit-Angebote für ein Jurastudium an eine Universität oder Fachhochschule geeignet. Da sich die klassische Ausbildung an einer Universität jedoch über einen sehr langen Zeitraum erstreckt, ist es u.U. sinnvoll, erst zu einem späteren Zeitpunkt einen Studienkredit aufzunehmen – z.B. nur für das 2. Staatsexamen oder einen LLM-Aufsatz – um die Finanzierungskosten überschaubar zu halten. Wird eine Bildungsfonds Finanzierung angestrebt, so ist zu beachten, dass erst nach dem 2. Staatsexamen oder Bachelor/ Master Abschluß und Vollzeit Einstieg ins Berufsleben mit der Rückzahlung begonnen werden kann. Die Referendariatszeit oder auch eine Promotion gilt als Ausbildungszeit, in der nicht zurückgezahlt werden kann.
Wird das Jurastudium an der privaten Bucerius Law School in Hamburg absolviert, so kann die Zahlung der Studiengebühren von rund 40.000€ zeitlich nach hinten verschoben werden. Die Bucerius Law School bietet hierzu spezielle Darlehenslösung sowie einen umgekehrten Generationenvertrag an.
Andere Arten von Studienfinanzierung für Jura Studenten sind :
Jura wird überwiegend an staatlichen Hochschulen angeboten. Die Bucerius Law School in Hamburg gilt als erste Privathochschule für Rechtswissenschaften. Als weitere Privathochschule plant auch die European BusinessSchool in Wiesbaden eine Fakultät für Rechtswissenschaften. Wirtschaftsjura kann bspw. auch an der privaten Rheinischen Fachhochschule Köln belegt werden.
In Deutschland zählen die folgenden Hochschulen zu den besten für das Fach Jura:
Top Universitäten:
Top Fachhochschulen für Wirtschaftsjura:
Vollständiges Ranking siehe:
Die Aufnahmebedingungen variieren von Hochschule zu Hochschule. Über die ZVS werden nur in Nordrhein-Westfalen noch Jura-Studienplätze vergeben. Der Numerus Clausus liegt hier bei 2,3. Einige Hochschulen haben aber auch einen örtlichen Numerus Clausus oder eigene schriftliche wie mündliche Aufnahmeverfahren. Einzelne Jurastudium-Master-Programme können auch bestimmte Studienschwerpunkte im Bachelor-Studium voraussetzen oder einen bestimmten TOEFL-Test Score als Nachweis von entsprechenden Fremdsprachenkenntnissen.
Praxiserfahrung wird im Jurastudium primär in der Referendariatszeit gesammelt. Wer sich von anderen Mitstreitern insbesondere für eine Anwaltslaufbahn differenzieren will, sollte jedoch frühzeitig zusätzlich Praktika in renommierten Kanzleien absolvieren. Wirtschaftsjura-Studenten sind ebenfalls gefragt, rechtzeitig Kontakt zu Unternehmen, mit einer entsprechenden Rechtsabteilung aufzunehmen, um erste Praxiserfahrungen sammeln zu können.
Rund 80% der Jurastudium-Absolventen arbeiten später als Anwalt, sei es in einer (Groß-)Kanzlei oder selbständig. Je nach eigener Spezialisierung und Renommé der Kanzlei können hier sehr unterschiedliche Gehälter erzielt werden. Wer eine sehr internationale, hochdotierte Anstellung anstrebt, für den sind die Top Kanzleien für Wirtschaftsrecht sicherlich am interessantesten. Die jährliche Aufnahme junger Absolventen ist hier jedoch sehr stark limitiert – neben überdurchschnittlich guten Noten und Auslandserfahrung gilt mittlerweile auch ein LLM-Aufsatz als Mindestkriterium für eine Bewerbung.
Insgesamt ist das Jurastudium ähnlich überlaufen wie z.B. BWL. Folglich finden viele Absolventen zunächst nur Praktikamöglichkeiten oder schlecht bezahlte Jobs. Für den Einstieg in einem Unternehmen kommen vor allem Banken, Versicherungen und auch Verlage in Frage sowie ggf. größere Konzerne, die über eine eigene Rechtsabteilung oder einen Syndikus verfügen. Hierfür ist wiederum eine entsprechende Spezialisierung z.B. im Medienrecht, Patentrecht, Arbeitsrecht oder Umweltrecht gefragt oder Spezialwissen im Gesellschaftsrecht zum Thema Mergers & Akquisitions. Für eine aussichtsreiche Position ist in jedem Fall das 2. Staatsexamen erforderlich sowie ggf. zusätzlich eine Zusatzausbildung zum Fachanwalt.
Beliebt sind auch Stellen bei internationalen Organisationen wie z.B. der EU oder der OECD. Das Angebot an Jobs ist jedoch sehr gering, so dass auch hier nur die besten Absolventen ernsthaft Chancen haben.
Eine Tätigkeit als Notar nehmen nur die wenigsten Jura-Absolventen auf, denn deren Anzahl wird von der Notarkammer begrenzt. Außerdem sind hierfür wieder sehr überdurchschnittliche Examensnoten Grundvoraussetzung, um zugelassen zu werden. Ähnlich schwierig gestaltet sich auch der Zugang zu einer Position als Richter oder Staatsanwalt im öffentlichen Dienst.
Informationen über die verschiedenen Studienkosten im Jurastudium finden Sie hier.
Sie können auch mit dem Finanzbedarf-Check Ihre persönlichen Studienkosten ermitteln.