Die Frage der Finanzierung von studienbedingten Kosten wird i.d.R. sicher zuerst mit den Eltern oder (wohlhabenden?) Verwandten diskutiert. Diese decken oftmals einen Großteil der Kosten, sofern es ihre finanziellen Mittel erlauben. Planen Sie jedoch ein Studium an einer Privathochschule oder im Ausland, so ist Ihre Familie schnell mit der Bewältigung der Kosten überfordert. Sie müssen sich also um weitere Finanzierungsquellen kümmern.
Als Studierende können Sie sich dann selbst noch um gelegentliche Nebenjobs bemühen, aber hier müssten Sie schon sehr viel Zeit investieren, wenn sich das für Sie wirklich rechnen soll. Typische studentische Tätigkeitsfelder sind zudem häufig recht studienfachfremd, so dass sie Sie für Ihr Studium bzw. Ihre Karriere nicht weiterbringen.
Wenn Sie von einem Stundenlohn von 10 Euro ausgehen, dann könnten Sie selbst bei Vollzeitarbeit gerade mal 1.600€ in einem Monat erzielen (5 Tage/Woche à 8 Stunden Arbeit). Ein Studium kostet jedoch insgesamt um die 48.000€. Selbst wenn Sie 10 Monate Vollzeit arbeiten, hätten Sie also gerade mal 1/3 des Gesamtbedarfs zusammen. Nur würden Sie dann nicht mehr zum Studieren kommen, denn dies wäre ein Vollzeitjob. Ihr Studium zieht sich also erheblich in die Länge und wird für dadurch ggf. für potentielle Arbeitsgeber uninteressanter.
Als Finanzierungsbasis für das Studium bietet sich daher im Idealfall eine Kombination aus familiärer Unterstützung, Nebenjobs und verschiedenen Konzepte der Studienfinanzierung an. Hier finden Sie eine Kurzübersicht zu den verschiedenen Möglichkeiten.
Was ist bei Finanzierung durch Nebenjobs zu beachten:
Eine Finanzierung des Studiums allein mit Hilfe von Nebenjobs gestaltet sich eher schwierig, da Sie zu viel Zeit investieren müßten, um die nötigen Beträge zusammen zu bekommen.Falls Sie sich dennoch etwas dazu verdienen wollen, sollten Sie folgendes beachten:
BAföG ist ein rein staatliches Förderangebot. Ziel der Förderung ist es, jungen Studenten ein Studium zu ermöglichen. Die Förderhöhe richtet sich hierbei jedoch nach den finanziellen Verhältnissen der Eltern und des Studierenden selbst. Grundsätzlich gilt für das BAföG: Die eine Hälfte ist ein nicht rückzahlungspflichtiger Zuschuss, die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen des Staats. Der Höchstsatz liegt bei rund 580€ im Monat und mit der Tilgung des Darlehens muss der Absolvent fünf Jahre nach Beendigung seines Studiums beginnen.
Die wichtigsten Voraussetzungen für eine Förderung sind:
Als Alternative zu einer Finanzierung kann man sich bei verschiedensten Stiftungen für ein Stipendium bewerben. In Deutschland werden rund 14.000 Studierende durch Stipendien unterstützt, was aber gerade mal 2% der Gesamtanzahl Studierender entspricht. Es kommt also nur eine vglw. kleine Gruppe ausgewählter, besonders leistungsbereiter Studenten in den Genuß eines Stipendiums. Der Bewerbungsaufwand lohnt sich aber dennoch, denn Stipendien müssen nicht zurückgezahlt werden und können wenigstens einen Teil der studienbedingten Kosten decken.
Was zu beachten ist:
Die wichtigsten Stiftungen innerhalb Deutschlands finden Sie auf der Internetseite des Bundesverbands Deutscher Stiftungen, sowie auf der Seite von Stiftung Warentest. Sind Sie an einem Auslandsstipendium interessiert, kontaktieren Sie den Deutschen Akademischen Austauschdienst. Erkundigen Sie sich unbedingt nach den an Ihrer Hochschule bestehenden Programmen.
Studienkredite sind zum einen in staatliche und privatwirtschaftliche Angebote zu unterscheiden, zum anderen nach dem Förderumfang – Studienbeitragsdarlehen für Studiengebühren an öffentlichen Hochschulen und Studienkredite für Lebenshaltungskosten.
Die verschiedenen Angebote funktionieren grundsätzlich nach den Prinzipien eines Darlehens, wie man es auch aus anderen Finanzierungsbereichen her kennt. Man schließt einen Kreditvertrag ab, erhält anschließend die vereinbarten monatlichen Auszahlungen und zahlt später mit Zins und Tilgung über einen bestimmten Zeitraum zurück. Man zahlt also (wie bei jedem Finanzierungsvorgang) i.d.R. mehr zurück, als man nominal erhalten hat, es sei denn, das Darlehen wird zinslos gewährt.
Auf Sicherheiten wird zwar anders als bei klassischen Kreditgeschäften verzichtet, dafür ist aber teilweise schon in der Auszahlungsphase und damit während des Studiums die Zahlung von Zinsen fällig.
Spezielle Studentenkredite werden vor allem von der Deutschen Bank, der Dresdner Bank sowie den Volksbanken und Sparkassen angeboten, letztere weisen auch regional spezielle Angebote auf. Als staatliche Variante steht der KfW Studienkredit zur Verfügung. Studienbeitragsdarlehen werden von mehreren staatlichen Landesbanken (z.B. NRW Bank, L-Bank) angeboten.
Was ist zu beachten:
Seit einigen Jahren werden darüber hinaus Bildungsfonds (auch Studienfonds genannt) in Deutschland immer beliebter. Durch Bildungsfonds können Studiengebühren, Lebenshaltungskosten und Auslandsaufenthalte finanziert werden. Besonderes Merkmal dieser Studienfinanzierungsart ist die einkommensabhängige Rückzahlung nach Studienende und erfolgreichem Berufsstart. Statt Zins und Tilgung wird hier ein bestimmter Prozentsatz des monatlichen Bruttoeinkommens zurückgezahlt.
Studien- bzw. Bildungsfonds gelten als besonders sozialverträgliche, gut kalkulierbare Studienfinanzierungslösung.
Mehr Infomation zu den Studienkrediten finden Sie hier.